Bergziege, Bachlauf und Biberrutsche – Premiere im Holzapetal

Gestern um 9:30 Uhr standen wir am Wanderparkplatz Keßpfuhl. Ein bisschen gespannt. Ein bisschen vorsichtig optimistisch. Denn die Wetter-App hatte die ganze Woche eher Drama angekündigt als Wanderfreude 🌧️.

Und was war? Fast trocken. Nur ein kurzer zehnminütiger Regenschauer, einmal Regenjacke an. Und danach sogar ein Hauch Sonne im zweiten Teil der Strecke. Der Wettergott hatte offenbar Lust auf Holzapetal. Die Premiere der Tour konnte beginnen.

Wald. Weg. Holzape.

Diese Tour ist anders als meine Diemeltal-Erlebnistouren. Kein „Wer bin ich?“, keine Spiele, keine kreativen Aktionen unterwegs. Diesmal stand das Wandern im Mittelpunkt. Gehen. Schauen. Erzählen.

Ich habe von der Holzape berichtet, vom Naturschutzgebiet, von den Tieren, die hier leben. Vom Biber, dessen Spuren wir an mehreren Stellen entdecken konnten. Gefällte Stämme, Dämme, und – für viele neu – eine echte Biberrutsche. Ja, die gibt es wirklich 🦫! Eine kleine Rinne im Uferbereich, wo der Biber regelmäßig vom Feld ins Wasser gleitet. Das sorgte für große Augen und viel Gesprächsstoff.

Den Biber selbst haben wir leider nicht gesehen. Mit 17 Personen im Wald und lebhaften Gesprächen wäre das auch eher unwahrscheinlich gewesen. Und im Naturschutzgebiet bleiben wir selbstverständlich auf den Wegen.

Highlight mit langen Hälsen

Etwa auf halber Strecke wartete das große Staunen: die Straußenfarm in Wülmersen.

Für 15 der 17 Teilnehmer war es der erste Besuch dort. Entsprechend groß war das „Oh!“ und „Ah!“, als die Tiere vor uns standen. Eindrucksvoll, neugierig, ein bisschen exotisch mitten im Reinhardswald.

Uwe, der Besitzer der Farm, hat sich Zeit für uns genommen und uns in rund 30 Minuten spannende Einblicke gegeben. Es hat alles wunderbar geklappt. Genau so, wie wir es vorher abgesprochen hatten.

Ein besonderer Kontrast zur ruhigen Waldwanderung und gleichzeitig eine Bereicherung für den Tag.

Ein bisschen Abenteuer

Im zweiten Teil wurde es dann noch einmal spannend. Beim Hochwasser 2024 wurde die Beckerbrücke über die Holzape weggerissen. Stattdessen liegen nun große Trittsteine im Bachlauf. Also hieß es: Bachüberquerung.

Nicht dramatisch. Aber mit Respekt. Der eine oder die andere hat kurz gezögert. Doch genau hier zeigte sich wieder, was gemeinsames Unterwegssein ausmacht: helfen, Hand reichen, ermutigen. Am Ende standen alle trockenen Fußes auf der anderen Seite. Fast wie ein kleines Survival-Training 😂.

Und sonst?

Was ich immer wieder merke: Genau das ist mein Ding. 17 Menschen durch den Wald zu führen, Natur erklären, gemeinsam unterwegs sein, beobachten, lachen, staunen. Das erfüllt mich jedes Mal. Auch diese Premiere war für mich rund, lebendig und einfach richtig schön.

Und weil die Nachfrage so groß war und nicht alle einen Platz bekommen haben: Ja, diese Tour wird es wieder geben. Vielleicht im Sommer, wenn alles grün ist und die Holzape unter einem Blätterdach verschwindet. Vielleicht mit ganz anderem Licht. Ganz anderer Stimmung.

Aber ganz sicher wieder mit Wanderherz 💚🐐